Der Forst

Forst

Ein Forst ist ein wirtschaftliches Gebilde wie ein Acker, nur daß hier eben Bäume wachsen und keine Kartoffeln oder Getreide. Ebenso gut könnte man einen Forst auch als Baumplantage oder Baumacker bezeichnen. Das Ziel eines Forstes, und natürlich damit verbunden die anfängliche Aufforstung, ist, genau wie beim Acker, die spätere Ernte. Diese findet zwar erst in 10, 15 oder 20 Jahren statt, aber das Prinzip ist das gleiche. Für die Kohlenstoffbindung ist hier nicht das Alter der Bäume entscheidend, denn das ist viel zu gering, sondern die spätere Verwendung des Holzes. Wird es zu einem hochwertigen Möbelstück, welches viele Jahrzehnte hält, bleibt der Kohlenstoff auch dann noch gebunden. Wird es aber zu Brennholz oder Schalbrettern, ist schon nach ein oder zwei weiteren Jahren der Kohlenstoff in Form von CO2 wieder in der Luft und das Problem beginnt von vorn.

Forst

Es kann sich auch das weit verzweigte Netzwerk eines Waldes in einem Forst, aufgrund der kurzen Lebensdauer der einzelnen Bäume, nicht ausbilden und somit bleibt der Forst für immer eine "Baumplantage". Hier wird nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten das Produkt "Holz" geerntet. Mit Wald hat dies herzlich wenig zu tun.

 

Baumplantagen, genannt Wälder

Fast alle deutschen Wälder sind von Wegen und sog. Brandschneisen durchzogen. Es gibt viele "Lichtungen", also Bereiche in denen vor kurzem "geerntet" wurde. Die Bäume stehen meist in Reih' und Glied und dort, wo der Förster meint, es müsse mehr Licht hinein, wird eben ausgelichtet. Kurz gesagt, Jäger, Förster und Tourismus-Organisationen bestimmen, wie der sog. "Wald" auszusehen hat. Licht genug für Rehe und Hirsche, damit die Jagdsaison erfolgreich wird. Schön in Reih' und Glied, damit sich die Stämme gut ernten und verkaufen lassen. Und schön nach Tannen duftend, damit der gestreßte Großstadtwanderer einen erholsamen Urlaub hat. Das hat aber mit einem Wald ungefähr soviel gemeinsam, wie ein Kanal mit einem Fluß - nämlich gar nichts.

Nur 2% deutscher Wälder sind echte Wälder.

98% der sog. Wälder in Deutschland sind in Wirklichkeit Baumplantagen, auf denen oft nicht einmal die natürlich vorkommenden Baumarten wachsen und ein Großteil so früh geerntet wird, daß es, bezogen auf ein Baumleben, noch Kinder oder allenfalls Teenager sind.

In der oben geschilderten Forst-Plantage kann sich niemals ein richtiger Wald entwickeln, denn das ist ein kompliziertes Netzwerk aus Verbindungen und Abhängigkeiten, die nur dann entstehen können, wenn das Gebiet sehr lange Zeit in Ruhe gelassen wird.

Auch die ab und zu vorzufindenden Wald-Inseln sind kein richtiger Wald, denn sie sind sehr oft viel zu klein. Ein einziger Pilz kann sich über mehrere Kilometer erstrecken. Pilze sind das Kommunikationssystem der Bäume. Wenn sie natürlich immer wieder unterbrochen werden, kann auch kein Netzwerk Wald entstehen.

Es gibt ein paar Gebiete in Deutschland, in denen sich ein echter Wald erhalten hat oder wieder "ausgewildert" wurde - leider viel zu wenig, wie schon erwähnt nur ganze 2%.