Der Wald

Wald ist eines der interessantesten und stabilsten Ökosysteme unseres Planeten. In vielen Regionen entsteht er selbst nach gewaltigen Störungen oft ganz von alleine wieder. Doch diese Prozesse haben immer einen Haken - sie laufen ungeheuer langsam ab. Der Hauptgrund für diese Selbstheilungsfähigkeit liegt in der ungeheuren Artenvielfalt eines gesunden Waldes. Erst durch den Eingriff des Menschen, der von Wenigem sehr viel haben möchte und daher alles andere bekämpft, ist der Wald zum Forst verkommen - viel vom selben (nämlich Holz), aber wenig Vielfalt.

Regenwald

Für viele Bäume erstreckt sich eine Generation über 20 bis 50, bei einigen Arten sogar über 100 Menschengenerationen! 500 bis 1.000 Jahre sind hier normale Lebenszyklen eines einzelnen Exemplars. Wir können selbst heute noch Bäume finden, die älter als 3.000 Jahre sind und dies war bis vor gar nicht allzu langer Zeit nichts außergewöhnliches. Wer so lange lebt, hat natürlich auch eine entsprechend lange "Kindheit". Und so erlebt in unseren Forsten kaum ein Baum jemals seine Pubertät, geschweige denn, daß er erwachsen wird. Wir müssen hier unsere beschränkten Zeitvorgaben außer Acht lassen und uns mit denen der Bäume beschäftigen.
Hier haben wir es mit Jahrhunderten zu tun, nicht mit Jahrzehnten.

Netzwerk Wald

Ein Wald ist unendlich viel mehr als nur eine Menge Bäume. Es ist ein kompliziertes System von geben und nehmen zwischen Millionen von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen und ein sehr imposantes Netzwerk. Egal wo er sich auf der Erde befindet. Leider haben die meisten Menschen verlernt, dieses Netzwerk zu begreifen und erst recht, mit ihm zu kommunizieren. Für viele ist Wald eben nur eine Ansammlung von Bäumen.

Pilznetzwerk

Bäume und andere Pflanzen können miteinander kommunizieren - ja, ihr habt richtig gelesen. Natürlich nicht verbal, aber sie können sich z.B. gegenseitig warnen. Wenn ein Baum von einem Parasit (Pflanze oder Tier) befallen wird, kann er über das Pilznetzwerk, welches sich in einem gesunden Wald über viele Kilometer erstreckt, andere “Leidensgenossen” warnen. Diese Warnung ist sogar in so einem Fall universell an alle Pflanzen gerichtet, die über das Pilznetzwerk verbunden sind. Es gibt Beweise dafür, daß viele Kilometer entfernte Pflanzen Abwehrstoffe gegen einen Parasiten bilden, der noch gar nicht in ihrer unmittelbaren Nähe ist. Dieses Netzwerk existiert natürlich nicht in einem Forst und so muß dort jede “Plage” mit Chemie “bekämpft” werden.
Wer sich den Kinofilm Avatar angeschaut hat, der hat einen eindrucksvollen Einblick davon erhalten, was sich selbst in den nur noch 2% deutschen Wäldern abspielt. In echten Urwäldern ist dies natürlich viel ausgeprägter. Man kann dies am einfachsten dadurch nachvollziehen, daß es keinen einzigen Urwald mehr geben könnte, wenn er so wenig Regelmechanismen hätte, wie ein Forst.

Schaut Euch an, wie Ihr dazu beitragen könnt den Erhalt bzw. Aufbau intakter, echter Wälder mit einem hohen Artenreichtum und ungestörter Infrastruktur zu unterstützen.